Goethe im Profil

Fliegende Goethe-Blätter

Goethe in der modernen Welt

Die märkischeallgemeine.de führt Goethe als Rüben-Autorität an:

Danach wurde die Rübe auch in Frankreich geschätzt und später rühmte sogar Johann Wolfgang von Goethe den eigentümlichen Geschmack.

Richtig ist allerdings, dass Goethe am 28. September 1807 Carl Friedrich Zelter bittet:

Sodann würden Sie mich sehr verbinden, wenn Sie mir einen Scheffel echte Teltower Rüben schicken könnten, aber freilich bald, ehe die Kälte eintritt.

Dass Goethe die Teltower Rübchen sehr wohl geschätzt haben muss, geht aus einer späteren Anekdote hervor:

Meine [Friedrich Försters] Frau erging sich aufs neue in lebhafter Schilderung des fürstlichen Komponisten und Virtuosen und fügte dann hinzu: «Wir wollen es schon noch durchsetzen, daß Exzellenz nach Berlin kommen, ich habe mit Doris und Rosamunde [Zelters Töchtern] eine kleine Verschwörung gemacht.» – «Und wollen Sie mir davon nicht vorher einen kleinen Wink geben?» fragte Goethe. – «Nicht alles, aber etwas will ich davon verraten. Wir halten die in Aussicht gestellte Sendung der delikaten Teltower Rübchen zurück und liefern Sie nur aus, wenn Sie sie selbst abholen.» – «Da seht ihr guten Kinder nun», sagte Goethe, zu den andern Damen gewendet, «wie gefährlich die lieben Berlinerinnen uns sind. Wenn es ihnen mit ihrem Lockvogel auf dem Cello nicht gelingt, so halten Sie eine Lockspeise bereit, so daß wir am Ende doch wohl anbeißen.»

Stellt sich nur noch die Frage, ob dies genügt, Goethe als führenden Rüben-Experten des 19. Jahrhunderts zu etablieren?

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